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Zwei Brillenpinguine in der Abenddämmerung auf einem Felsen

Pinguine auf Robben Island: Brillenpinguine, Antilopen und 132 Vogelarten

Andrea SemonellaVon Andrea Semonella Aktualisiert am 9 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ja, auf Robben Island gibt es Pinguine: Nahe dem Hafen brütet eine Kolonie von Brillenpinguinen, auch Afrikanische Pinguine genannt, und das Museum hat dort einen Holzsteg zum Beobachten gebaut. Außerdem leben auf der Insel rund 132 Vogelarten und etwa 23 Säugetierarten, vom Buntbock bis zum Damhirsch. Von der Fähre aus siehst du Südafrikanische Seebären und mit etwas Glück Wale und Delfine.

Brillenpinguine auf Robben Island

Die Pinguine auf Robben Island sind Brillenpinguine, auch Afrikanische Pinguine genannt, und sie sind keine Durchreisenden: Sie brüten hier. Wieder angesiedelt hat sich die Kolonie in den 1980er-Jahren, meist wird 1983 genannt.

Neu sind sie auf der Insel allerdings nicht. Als Jan van Riebeeck 1652 am Kap ankam, gab es auf der Insel reichlich Robben, Schildkröten und Pinguine, wie South African History Online festhält. Die Niederländer jagten alle drei, um vorbeifahrende Schiffe zu versorgen. Die Kolonie, die die ersten Siedler vorfanden, hat das nicht überlebt. Die Pinguine, die du heute siehst, haben sich erst viel später wieder angesiedelt.

Auf einer Insel, die man vor allem mit ihrem Gefängnis verbindet, gehören die Pinguine zu den Überraschungen des Besuchs. Wo politische Gefangene jahrelang Kalk abbauten, brütet heute eine Art, die die Weltnaturschutzunion als vom Aussterben bedroht einstuft.

Der Penguin Boardwalk

Nahe Murray's Bay Harbour, wo die Fähre anlegt, hat das Museum ein Schutzgebiet eingerichtet: Auf unserer Karte liegt es in Luftlinie etwa 500 m nördlich der Mole. Laut Museum siehst du die Pinguine dort in ihrem Alltag, von einer Holzbrücke mit Rampenweg aus: Du schaust von oben zu, statt zwischen ihnen herumzulaufen. Das Robben Island Museum führt den Penguin Boardwalk auf seiner Website unter den Orten der Insel.

Unter den Stationen der Standard-Busrundfahrt nennt das Museum den Steg allerdings nicht. Die Rundfahrt führt zum Friedhof der Leprakranken, zu den Steinbrüchen, zum Haus von Robert Sobukwe, zu den Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg und zum Gefängnis. Viele Besucher sehen Pinguine, versprechen können wir dir einen Halt deines Busses am Steg aber nicht. Mehr dazu in den Tipps am Ende.

Die Pinguinkolonie und ihr Rückgang

Die Zahlen sind alarmierend. Nach Angaben von Earthwatch zählte die Kolonie auf Robben Island 2004 mehr als 8.000 Brutpaare, heute sind es rund 900. Von neun Paaren ist also ungefähr eines geblieben.

Brutpaare von Brillenpinguinen auf Robben Island
  • 2004mehr als 8.000
  • Heuterund 900

Schätzungen von Earthwatch. Eine eigene Zählung veröffentlicht das Museum nicht.

Wikipedia nennt einen Höchststand von rund 16.000 Vögeln im Jahr 2004 und etwa 3.000 im Jahr 2015. Es bleiben durchweg Schätzungen.

Der Rückgang betrifft nicht nur Robben Island. Im Oktober 2024 hat die Weltnaturschutzunion IUCN den Brillenpinguin als vom Aussterben bedroht eingestuft, eine Stufe vor dem Aussterben in freier Wildbahn, wie die südafrikanische Presse berichtete. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Nahrung: Sardinen und Sardellen, die die Pinguine jagen, sind auch das Ziel der kommerziellen Fischerei.

Brillenpinguine schwimmen in der Brandung

Brillenpinguine in der Brandung, wo sie Sardinen und Sardellen jagen

Im März 2025 verbot ein südafrikanisches Gericht laut der Zeitung IOL die kommerzielle Fischerei auf Sardinen und Sardellen rund um sechs Pinguinkolonien, darunter Robben Island.

  • rund 132Erfasste Vogelarten
  • rund 23Säugetierarten
  • 3Arten von Landschildkröten
  • 2024Brillenpinguin als vom Aussterben bedroht eingestuft

Wo die Pinguine brüten und warum der Bus langsam fährt

Am genauesten beschreibt ein offizielles Dokument, wie die Kolonie auf der Insel lebt: der Bericht einer UNESCO-Monitoringmission von 2004, an der Fachleute von IUCN, ICOMOS und ICCROM teilnahmen. Er ist über zwanzig Jahre alt, und Neueres vom Museum haben wir nicht gefunden. Trotzdem erklärt er vieles, was du vom Bus aus siehst.

Nester im Gestrüpp

Viele Pinguine auf Robben Island brüten nicht am offenen Strand. Der Bericht fand ihre Nester im Dickicht eingeschleppter Pflanzen, vor allem Rooikrans, einer Akazie, und Spider Gum, einem Eukalyptus, die sich nach Jahrhunderten der Anpflanzung über die Insel ausgebreitet haben. Der Schutz hat seinen Preis: Das Gestrüpp brennt leicht, und ein Feuer in der Brutzeit würde die Nester treffen. Damals experimentierte das Museum außerdem mit künstlichen Nistkästen für die Pinguine.

Pinguine auf der Straße

Mit der wachsenden Kolonie begannen die Vögel, auf dem Weg zwischen Meer und Nest die Straßen der Insel zu überqueren. Damals fuhren 36 Fahrzeuge auf der Insel; der Bericht verzeichnet überfahrene Pinguine und erwähnt Tempolimits, die das verhindern sollten. Das Museum arbeitete dabei mit der Avian Demography Unit der University of Cape Town zusammen. Bremst dein Fahrer an der Küste ab, schau auf die Straße: Vielleicht watscheln gerade Pinguine hinüber.

Ein geschütztes Meer

Derselbe Bericht beschreibt ein Meeresschutzgebiet, das sich 1 km weit rund um die Insel erstreckt. Außerdem hatte das Museum den Inselbewohnern verboten, in Küstennähe zum Vergnügen zu fischen oder Meerestiere zu sammeln, nachdem es Sorgen wegen Wilderei auf Abalonen (Seeohren) gab.

Weitere Vögel: 132 Arten

Die Pinguine sind nur eine von rund 132 Vogelarten, die das Robben Island Museum auf der Insel erfasst hat. Weil die Insel klein und flach ist und weitgehend in Ruhe gelassen wird, ist sie ein Rückzugsort für See- und Wasservögel.

Zwei Kolonien hebt das Museum hervor: Kronenscharben und Nachtreiher, die vom Festland herüberkommen und hier in großer Zahl brüten. Beide leben neben den Pinguinen. Schau also nicht nur aufs Wasser, sondern auch die Küste entlang und ins Gebüsch.

Laut dem UNESCO-Bericht von 2004 nisten zwei weitere Seevögel auf der Insel: Eilseeschwalben und Hartlaubmöwen. Der Bericht stellte auch fest, dass verwilderte Katzen ihren Bruterfolg schmälerten. Nicht alle Vögel sind von selbst gekommen: Chukarhühner und Perlhühner führt das Museum unter den Arten, die der Mensch auf die Insel gebracht hat.

Ein Schwarm Kapscharben fliegt dicht über die Brandung

Kapscharben im Tiefflug über der Brandung

Die Tiere an Land auf Robben Island

Auf der Insel leben rund 23 Säugetierarten, so steht es auf der Naturschutzseite des Museums. Namentlich genannt werden vier Antilopenarten, Buntbock, Springbock, Steinböckchen und Elenantilope, dazu der Damhirsch.

Außerdem leben Strauße auf der Insel, drei Arten von Landschildkröten sowie Eidechsen, Geckos und Schlangen. Keines dieser Tiere wird in einem Gehege gezeigt: Was du siehst, hängt davon ab, wo sie gerade sind, wenn dein Bus vorbeifährt. Behalte zwischen den Stationen das offene Gelände im Blick.

Warum gibt es Hirsche auf Robben Island?

Weil Menschen sie mitgebracht haben. Der UNESCO-Bericht von 2004 nennt Europäischen Damhirsch, Springbock, Elenantilope, Steinböckchen, Buntbock und Strauß als eingeführte Großtiere. Ihre Bestände waren so gewachsen, dass die Vegetation sie nicht mehr ernähren konnte, und das Museum musste zufüttern und Tränken anlegen. Der Umweltplan der Insel empfahl, die Tiere zu entfernen. Das Museum zog es vor, die Herden zu verkleinern und kleine Bestände zu behalten, die zur Geschichte der Insel gehören.

Derselbe Bericht nennt auch die übrigen Zuwanderer: eine seit Langem ansässige Population von Wildkaninchen, die die Pflanzendecke der Insel verändert hat, verwilderte Katzen und Hausratten. Auch das „wilde“ Robben Island ist also eine Landschaft, die der Mensch in vier Jahrhunderten geprägt hat. Neuere offizielle Zahlen, wie viele Hirsche oder Kaninchen heute dort leben, haben wir nicht gefunden.

Ein Buntbock steht im Gras

Ein Buntbock, eine der vier Antilopenarten auf Robben Island

Robben, Wale und Delfine von der Fähre aus

Einige der besten Tierbeobachtungen machst du, bevor du die Insel überhaupt erreichst. Auf der Überfahrt ab der V&A Waterfront, die je nach Boot 30 bis 60 Minuten dauert, kannst du laut Museum diese Tiere sehen:

  • Südafrikanische Seebären, die Pelzrobben, denen die Insel ihren Namen verdankt: Der Name kommt aus dem Niederländischen, wie unser Artikel zur Geschichte von Robben Island erklärt.
  • Südkaper, eine Glattwalart.
  • Schwarzdelfine und Heaviside-Delfine.

Eine offizielle Saison für Walsichtungen von der Fähre haben wir nicht gefunden. Plane deinen Besuch also nicht um die Wale herum, sondern nimm sie als Zugabe. Alles zur Überfahrt, von den Abfahrtszeiten bis zur Seekrankheit, steht in unserem Artikel über die Fähre nach Robben Island.

Die Insel, auf der Mandela saß, ist heute Zuflucht für einen vom Aussterben bedrohten Vogel.

Frühlingsblumen und Klima auf der Insel

Im Frühling, von September bis Oktober, blühen auf der Insel die Wildblumen, die das Museum als typisch für das Veld der Westküste beschreibt. Kommst du in diesen Monaten, lohnt sich zwischen den Gebäuden auch ein Blick nach unten.

Das Klima ist mediterran wie in Kapstadt, laut Museum aber mit stärkerem Wind und größeren Temperaturschwankungen als in der Stadt. Pack auch im Sommer eine winddichte Jacke ein, dazu Hut und Sonnencreme. Bei starkem Wind oder hohem Seegang können Überfahrten zu jeder Jahreszeit ausfallen.

Eine Kolonie Brillenpinguine zwischen den Felsen von Robben Island
Brillenpinguine zwischen den Felsen auf Robben Island
Die Fähre liegt in Murray's Bay Harbour, die Besucher gehen zu den Bussen
Murray's Bay Harbour, der Anleger nahe den Pinguinen

So siehst du bei deinem Besuch möglichst viele Tiere

Eine eigene Tiertour gibt es auf Robben Island nicht: Die Tiere begegnen dir nebenbei, auf der Standardtour zu Geschichte und Gefängnis. Ein paar Tipps helfen trotzdem.

Behalte auf der Fähre das Wasser im Auge. Wenn du an Deck gehen kannst, tu es: Robben und Delfine entdeckst du im Freien leichter als durchs Fenster, und näher als bei der Überfahrt kommst du dem Leben im Meer nicht.

Achte auf den Bereich um den Hafen. Das Pinguin-Schutzgebiet liegt nahe Murray's Bay Harbour, wo du ankommst und am Ende wieder einsteigst. Ob dein Bus am Steg hält, bestätigt das Museum nicht. Halte deshalb vor und nach der Tour am Hafen Ausschau und frag deinen Guide.

Setz dich im Bus ans Fenster. Antilopen, Strauße und Schildkröten siehst du zwischen den Stationen vom Bus aus, nicht an den Stationen selbst.

Zoom statt Stativ: Stative und Drohnen sind verboten. Ein Handy mit gutem Zoom oder ein Fernglas bringt dir mehr als alles andere.

Halte Abstand. Die Pinguine sind vom Aussterben bedroht, und die Insel ist ihr Brutgebiet. Der Steg ist genau dafür da, dass du sie beobachten kannst, ohne ihnen nahe zu kommen.

Auf die Insel kommst du nur mit der geführten Tour des Museums, die Fähre, Busrundfahrt und Gefängnis umfasst. Am einfachsten buchst du die Fähre mit Gefängnisführung bei Tiqets, ab 42,50 €. Willst du bis 24 Stunden vorher kostenlos stornieren oder verschieben können, gibt es denselben Besuch als flexibles Ticket für 65 €. Preise und alle anderen Varianten stehen auf unserer Seite zu den Robben Island Tickets, und was ab der Ankunft passiert, erklärt unser Artikel zur Robben Island Tour.

Wenn es dir vor allem um Pinguine geht: Boulders Beach

Frag dich ehrlich, warum du hinfährst. Geht es dir um die Geschichte und das Gefängnis, ist Robben Island der richtige Ort, und die Pinguine sind eine mögliche Zugabe. Willst du Brillenpinguine mit Sicherheit aus der Nähe sehen, ist im Raum Kapstadt der Boulders Beach in Simon's Town die verlässlichere Wahl, an der False Bay auf der Kap-Halbinsel. Wesgro, die Tourismusbehörde des Westkaps, zählt die dortige Pinguinkolonie zu den berühmtesten Bewohnern von Simon's Town, und du beobachtest die Vögel in ihrer natürlichen Umgebung.

Das eine schließt das andere nicht aus: Boulders ist ein eigener Ausflug in den Süden der Halbinsel, Robben Island ein halber Tag ab der Waterfront. Wenn du Zeit hast, passen beide gut auf zwei verschiedene Tage. Öffnungszeiten und Eintritt für Boulders erfährst du bei der Parkverwaltung, wir behandeln sie hier nicht.

Besucher auf dem Holzsteg über der Pinguinkolonie von Boulders Beach

Besucher auf dem Holzsteg über den Pinguinen am Boulders Beach

Boulders Beach liegt im Süden der Kap-Halbinsel, die Waterfront im Norden. Wirf also einen Blick auf die Karte, bevor du deinen Tag planst.

Boulders Beach, Simon's Town

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Häufige Fragen zu Pinguinen und Tieren auf Robben Island

Gibt es Pinguine auf Robben Island?

Ja. Auf Robben Island brütet eine Kolonie von Brillenpinguinen (Afrikanischen Pinguinen), die sich in den 1980er-Jahren wieder angesiedelt hat. Nahe dem Hafen hat das Museum den Penguin Boardwalk eingerichtet, einen Holzsteg, von dem aus du die Tiere unter dir beobachtest.

Sehe ich bei der normalen Robben Island Tour Pinguine?

Vielleicht, aber garantiert ist es nicht. Das Museum führt den Penguin Boardwalk nicht unter den Stationen der Standard-Busrundfahrt. Ob du Pinguine siehst, hängt von der Route des Tages und vom Guide ab.

Wie viele Pinguine leben auf Robben Island?

Deutlich weniger als früher. Earthwatch schätzt die Kolonie auf rund 900 Brutpaare, 2004 waren es noch mehr als 8.000. Eine eigene Zählung veröffentlicht das Museum nicht.

Welche anderen Tiere leben auf Robben Island?

Etwa 23 Säugetierarten, darunter Buntbock, Springbock, Steinböckchen, Damhirsch und Elenantilope, dazu Strauße und drei Arten von Landschildkröten. Das Museum hat rund 132 Vogelarten erfasst.

Sieht man von der Fähre nach Robben Island Robben?

Oft, ja. Südafrikanische Seebären, eine Pelzrobbenart, sind in der Table Bay häufig, und die Insel hat ihren Namen von ihnen: Im Niederländischen heißen sie wie im Deutschen Robben. Das Museum nennt außerdem Südkaper, Schwarzdelfine und Heaviside-Delfine unter den Tieren, die du von der Fähre aus sehen kannst.

Warum gibt es Hirsche und Antilopen auf Robben Island?

Weil Menschen sie mitgebracht haben. Ein Monitoringbericht der UNESCO von 2004 nennt Damhirsch, Springbock, Elenantilope, Steinböckchen, Buntbock und Strauß als eingeführte Tiere, deren Bestände so gewachsen waren, dass die Pflanzen der Insel sie nicht mehr ernähren konnten. Das Museum wollte die Herden daraufhin verkleinern.

Wo sehe ich sonst Pinguine bei Kapstadt?

Die bekannteste Kolonie lebt am Boulders Beach in Simon's Town, an der False Bay auf der Kap-Halbinsel. Dort beobachtest du Brillenpinguine in ihrer natürlichen Umgebung. Das ist ein eigener Ausflug, unabhängig von Robben Island, und die sicherere Wahl, wenn es dir vor allem um Pinguine geht.

Darf ich eine Drohne fliegen lassen, um die Tiere zu filmen?

Nein. Drohnen und Stative sind auf der Insel nicht erlaubt. Fotos für den privaten Gebrauch sind kein Problem, nimm also ein Handy oder eine Kamera mit Zoom mit.

Andrea Semonella

Andrea SemonellaGeboren und aufgewachsen in Genua, Mitgründer von Benicool, einem Unternehmen, das unabhängige Reiseführer zu großen Kulturstätten herausgibt. Er war auf allen Kontinenten unterwegs und schreibt darüber, wie man diese Orte besucht, ohne Zeit oder Geld zu verschwenden.

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